Gottes Wirken in der Dunkelheit

Für meinen Einsatz bei Metro Philippinen stellte ich mich darauf ein, dass mich Armut erwarten wird. Doch auf das, was ich antraf, war ich schlichtweg nicht vorbereitet: Kinder in ärmsten Gegenden, die jeden Tag ums Überleben kämpfen und kaum zu essen haben.

Geschichten wie beispielsweise die einer Mutter mit acht oder neun Kindern, die sich eine Banane am Abend teilten, weil der Verdienst nicht für mehr reichte. Ein kleines Mädchen, das sein Geschwisterchen, ein Baby, mit Zuckerwasser fütterte. Solche Geschichten gibt es unzählige. Zu viele!

Verzweifelt musste ich etwas tun. Mir wurde bewusst, dass mein Patenkind sicher auch unter Hunger litt. Sofort begann ich Essenspakete für John und seine Familie zu bezahlen. Und natürlich wollte ich ihn unbedingt treffen, um ihn persönlich kennenzulernen. Ich fragte immer wieder nach und sie sagten mir, sie seien dran, es zu organisieren, ich müsse mich noch ein bisschen gedulden.

Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass Johns* Mutter mit den vier Kindern fort war. Aufgrund der grossen Not als plötzlich Alleinerziehende suchte sie an einem anderen Ort ihr Glück, um die Familie versorgen zu können. Der Pfarrer versuchte ergebnislos sie zu finden, da er ja nun die gesponserten Lebensmittelpakete hatte und sie ihr geben wollte. Nicht einmal die Grossmutter wusste, wo sie hingegangen waren oder wie man sie erreichen konnte. So begann die Gemeinde täglich für sie zu beten. Eines Tages rief die Mutter den Pfarrer an.

Sie erzählte ihm, sie wisse nicht genau, warum sie ihn anrufen müsse, aber sie hätte eine unablässige Stimme im Ohr, die ihr immer wieder sage, sie solle sich beim Pfarrer melden.

Der Pfarrer bat sie zurückzukommen, weil Lebensmittel auf sie und ihre Kinder warteten – dank der Patin, die da sei. Daraufhin kehrten sie alle zurück zur Grossmutter.

In voller Vorfreude auf den ersehnten Besuch ging ich Geschenke für John einkaufen wie Hosen, bunte T-Shirts, Rucksack, Uhr, Basketball… der Verkäufer meinte, ich solle doch noch Socken kaufen. Äh? Nicht besonders lässig? Doch der Verkäufer insistierte, so nahm ich noch zwei drei Paar Socken mit. Zuhause als ich alles vorbereitete, fragte ich mich nochmals, warum ich in aller Welt langweilige weisse Socken gekauft hatte? Ich packte sie zuunterst in die Tasche.

Auf dem Weg zum Treffen fühlte ich in meinem Herzen immer mehr den Wunsch, John ein Paar Schuhe zu kaufen. Das Anliegen wurde, umso näher wir kamen, immer stärker. Als wir dort eintrafen, gingen wir zuerst essen. Die Mutter wollte ihr Menü gar nicht anrühren, sondern es nach Hause zu den anderen Kindern bringen. Ich versicherte ihr, wir würden nachher noch im Supermarkt einkaufen, dann hätten sie genug für alle. Bevor wir dies jedoch tun würden, wollte ich zuerst gerne, dass John ein Paar Turnschuhe aussuchen konnte. Kaum im Schuhgeschäft sah er sofort ein paar knallrote und seine Augen leuchteten. Als er wieder seine alten anziehen wollte, kam er kaum hinein. Seine Mutter flüsterte, sie hätten die Schuhe nur ausgelehnt, um hierher zu kommen, er hätte keine. Sofort sagte ich zu ihm, dass er die neuen gleich anziehen dürfe. Was tat er? Er griff ganz tief in die Geschenktüte und holte ein Paar weisse Socken heraus… es war ein Moment gefüllt von Gottes Präsenz. Ich war so überwältigt und mein ganzes Inneres war tief erfüllt von Demut über Gottes Führen und Wirken.

Wir wussten alle in diesem Augenblick, dass John für die Schuhe gebetet und Gott ihn gehört hatte – ihm dies möglich machte.

Natürlich kaufte ich ihm weitere Paare, ebenfalls welche für die Schule. Es war zutiefst berührend, ihn voller Stolz danach herumlaufen zu sehen. Er strahlte über das ganze Gesicht. An diesem Tag erfuhr ich auch, dass John nachts um drei aufstand, seiner Mutter half, Brot zu verkaufen, bevor er zur Schule ging.

Während meinem Praktikum in den Philippinen weinte ich fast jeden Abend, über die Ungerechtigkeit dieser Welt, über all die hungernden Kinder – manchmal schrie ich heftig zu Gott. Ich fühle mich heute noch hilflos. Aber ich kann etwas tun! Ich kann bei meinem Patenkind beginnen, einen Unterschied zu machen und eine extra Meile gehen. Wie Gott uns in Jesaja 58,10 auffordert und verspricht:

Öffne den Hungrigen dein Herz und hilf dem, der in Not ist. Dann wird dein Licht in der Dunkelheit aufleuchten und das, was dein Leben dunkel macht, wird hell wie der Mittag sein.

Ich kann von meinem Segen etwas weitergeben. Ich kann John und seiner Familie monatlich Essenspakete und auch das Schulgeld bezahlen. Die Schule ist für ihn langfristig die Möglichkeit auf Veränderung. Für diese Optionen bin ich von ganzem Herzen dankbar.

Simone aus der Schweiz 

In Manila wohnen viele Familien in Slums auf Bergen von Müll und leben von dem, was sie dort finden. Viele Kinder helfen ihren Familien und wühlen sich stundenlang durch Müllberge für einen Dollar pro Tag.
Da die Ausbildungskosten sehr hoch sind, haben Eltern oft nur die Wahl zwischen Ausbildung oder Essen für ihre Kinder. So bleibt auch die nächste Generation im Kreislauf der Armut gefangen.
Metro World Child Philippinen arbeitet eng mit lokalen Partnern und Kirchen vor Ort zusammen. Gemeinsam erreicht Metro im Rahmen der Strassensonntagsschulen und Hausbesuchen mehr als 23‘000 Kinder in Armut und Elend.
Mit dem Mahlzeiten-Programm kann Metro wöchentlich nach der Sonntagsschule  Kindern in ärmsten Gegenden von Manila warmes Essen mit Reis als Grundbasis verteilen.
*Name zum Schutz der Privatsphäre geändert.

METRO WORLD CHILD PROGRAMME

Die Notlage wächst heute rasant auf der ganzen Welt. Mit unseren Sonntagsschulen erreichen wir immer mehr Kinder – heute sind es wöchentlich rund 200‘000 Kinder weltweit. Sie haben mehrere Möglichkeiten, Metro World Child zu unterstützen, um einen Unterschied in der Dunkelheit zu machen.

Wie kann ich als Pate mehr tun?

In unzähligen Dörfern und Städten weltweit leben Kinder, die sich ihre Lebenssituation und die harten Umstände nicht ausgesucht haben und keine Möglichkeit haben, diesen zu entfliehen. Auf praktische Weise können Sie die Liebe Gottes und seine Fürsorge zeigen – mit zusätzlicher Unterstützung von lebensverändernden Geschenken. Detaillierte Informationen zu den Geschenkoptionen finden Sie in ihrem Patenschaftspaket oder hier: Flyer CHF / Flyer EUR

Wie kann ich generell unterstützen?

Millionen von Kindern auf der ganzen Welt kämpfen täglich ums Überleben und wissen nicht, wann sie die nächste Mahlzeit essen werden. Dieses schmerzhafte, nagende Hungergefühl ist für viele Kinder eine tägliche Realität. Die Familien bringen oft trotz Arbeit zu wenig auf, um alle zu versorgen.

Mit unseren Mahlzeiten-Programmen wirken wir dieser grossen Not entgegen, indem wir hungernden Jungen und Mädchen eine sättigende Mahlzeit in Kenia und Manila anbieten. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website: metroworldchild.ch/hunger

Helfen Sie uns, ein weiteres Kind zu versorgen, so dass es sich auf das konzentrieren kann, was wichtig ist: seine Zukunft.


 

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